Logo Kampagne wir fairsichern die Gesellschaft

OKTOBER 2014 - "30 Jahre Wohnplattform"-Bildungsreise

30 Jahre Wohnplattform

Anlässlich des 30 jährigen Bestehens der Wohnplattform hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins die Möglichkeit sich auf Bildungsreise nach Zürich zu begeben.

Ziel war die Stiftung Domicil, welche heuer 20 Jahre alt wurde und in sehr ähnlicher Art und Weise Probleme des Zugangs zu leistbarem Wohnraum, der Wohnungssicherung sowie Konfliktregelung in enger Kooperation mit Bauträgern und öffentlicher Hand zu lösen versucht.



Eine wunderbare Gelegenheit also, um neben den Sehenswürdigkeiten, welche die größte Stadt der Schweiz zu bieten hat, vor allem auch andere Einrichtungen und Arbeitsmethoden kennen zu lernen sowie hochqualifizierten Austausch basierend auf insgesamt „50 Jahren Erfahrung“ zu pflegen.

Auch in der reichsten Stadt der Schweiz zählen MigrantInnen, Familien oder alleinerziehende Mütter mit Kindern zu den besonders benachteiligten Gruppen am Wohnungsmarkt. Eine Möglichkeit, wie hier Lösungsansätze entwickelt werden, entspricht in hohen Ausmaß den Intentionen der Geschäftsführung Wohnplattform. Seit Jahren ist von Hubert Mittermayr immer wieder zu hören „Wir müssen die Genossenschaft neu erfinden“. In Zürich wird dies, wie wir sehen und hören konnten, sehr erfolgreich gelebt.

Ein besonderes Erlebnis war die Führung durch das kürzlich eröffnete Wohn- und Gewerbehaus Kalkbreite sowie die Übernachtung in der angeschlossenen Pension. Das Haus inmitten von Zürich ist ein innovatives Projekt der 2007 von Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohnern und Fachleuten gegründeten gemeinnützigen Genossenschaft Kalkbreite. Es wird ein vielfältiges Raumangebot für (leistbares) Wohnen, Arbeiten und Kultur auf Basis sozialer, ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit vereint. Gleiches gilt auch für die Genossenschaft Dreieck (60 Wohneinheiten) mit dem angeschlossenen Buffet, in welchem „Lebensmittelüberschüsse“ der Warenhäuser köstlich verwertet werden. Dieses Projekt wurde heuer auch in Ö 1 vorgestellt.



Last but not least konnten wir einen Nachmittag mit der Abteilungsleitung sowie der für einen besonders belasteten Stadtteil zuständigen Mitarbeiterin der Quartierkoordination Zürich verbringen. Die einführenden Erläuterungen sowie der anschließende Rundgang durch einen Stadtteil, in welchem im Moment viel Bewegung stattfindet, gab Einblick in das Leben und Wohnen der ansässigen Bevölkerung und in die Arbeit der GemeinwesenarbeiterInnen.

Die Quartierkoordination unterstützt die Bevölkerung bei der Umsetzung ihrer Anliegen und Ideen zur Verbesserung der Lebensqualität. Sie ist Anlaufstelle für Fragen und Anliegen rund um das Zusammenleben im Quartier (ähnlich den uns bekannten „Stadtteilen“) und die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Hier konnten wir wesentliche Erfahrungen und Anregungen für unsere Arbeit bei Ansfelden Miteinander und in der Konfliktregelung mitnehmen. Eine Erkenntnis, die wir gerne allen allzu ungeduldigen AuftraggeberInnen mitteilen möchten – Quartierarbeit braucht Zeit, um erfolgreich sein zu können und sie muss als konstante Größe vorhanden sein– die Koordinatorin des von uns besuchten Stadtteiles teilte uns mit, dass dieser Stadtteil 20 Jahre begleitet wird und es viele Jahre brauchte, bis einerseits die Bevölkerung, insbesondere aber auch die öffentlichen Stellen und Bauvereinigungen die Vorzüge einer koordinierenden Verbindungsstelle schätzen und nutzen lernten.





Trotz der Dichte des Programmes eine tolle Erfahrung. Die Kombination zwischen Freizeitprogramm und dem Erfahrungsaustausch mit im sozialen Bereich eines anderen Landes tätigen Menschen ermöglichte es die Stadt Zürich von einer nicht alltäglichen Seite zu erleben. Das hohe Interesse der Schweizer KollegInnen an unseren Herangehensweisen sowie den Regelungen und Standards der OÖ Wohnungslosenhilfe gab auch starken mentalen Rückenwind zur Weiterverfolgung der Ziele der Wohnplattform im Sinne stetiger Verbesserungen im Zugang zu und des Erhaltes von leistbarem Wohnraum für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Menschen.

Hier geht es zur Fotogalerie.

zurück